Beiträge zur Zukunft

Per Knopfdruck? Lösung leider NEIN!

Februar 7, 2019 9:03 pm

Per Knopfdruck? Lösung leider Nein!

Praktisch täglich werde ich mit der Situation konfrontiert, mit „Prävention“ quasi per Knopfdruck Lebens-Themen in Familien, Schulen, zwischen Jugendlichen und zwischen Kindern … zu lösen; leider NEIN ist meine Antwort!

Prävention …

… – und auch das wissen die wenigsten – unterteilt sich in universelle oder primäre, in selektive oder sekundäre oder in indizierte oder tertiäre Prävention;

… sollte auch – im Sinne von Wirksamkeit und Nachhaltigkeit – auf mehreren Ebenen ansetzen; z.B. von der Leitung über die MitarbeiterInnen bis hin zu Kindern oder Jugendlichen und 

… braucht als Art „Readiness-(Bereitsschafts-)Kriterien, auch inhaltliche Kompetenzen, Empathiefähigkeit und praktische Fähigkeiten seitens des oder der Präventions-Projekt- oder -Programmverantwortlichen.

Eine erfolgreiche Umsetzung von Prävention – und da ist es egal ob gegen „sexualisierte Gewalt“, „häusliche Gewalt“, „(Cyber-)Mobbing“, „Extremismus“, „Sucht“ uvm. – resultiert aus einer Ist-Zustands-Analyse für ein Profil der Stärken und Schwächen, aus der Etablierung von Handlungsprioritäten für die Zielgruppen basierend auf den jeweiligen Vorgaben, dem Wissenstransfer sowie der Unterstützung für das Engagement der AkteurInnen vor Ort, in einem zielgerichteten Einsatz der Ressourcen, vielfach in der Errichtung einer klaren Entscheidungsstruktur und in der Entwicklung von Zielvorgaben, um einen Erfolg letztlich sichtbar bzw. greifbar zu machen! 

Prävention wirkt, dass wissen wir seit Jahrzehnten! 

Wir wissen aber auch, dass es nur dann wirkt, wenn Prävention die verschiedenen Zugänge (Forschung, Transfer, Praxis), die unterschiedlichen Maßnahmen (Prävention, Intervention, Repression), die differierenden Arten (universell, selektiv, indiziert), die abweichenden Orientierungen (Täter, Opfer, Situation), die verschiedenartigen Ebenen (Individuum, Setting, Bevölkerung) und zumindest auch die divergenten Zielgruppen (Kinder, Jugendliche, Erwachsene) berücksichtigt!

Das heißt in aller Kürze:
Lösung JA, wenn diese Faktoren mitgetragen werden!
Prävention per Knopfdruck? Lösung leider NEIN!

Kein Lobbyismus für Kinder

Februar 3, 2019 6:00 pm

Kein Lobbyismus für Kinder

Die Diskussionen um die Themen Masern, Impfen, Verpflichtungen usw. entsprechen auch meinen täglichen Erfahrungen beim Opferschutz; konkret dem Kinderschutz! 

Vielfach empathielos, um nicht zu sagen herzlos, wird über alles Mögliche debattiert, nur nicht über die Kinder und die Familien und die positiven wie negativen Folgen für unsere Zukunft und unsere Gesellschaft!

Im Vordergrund steht in unserer digitalisierten und individualisierten Zeit über allem die „Vernunft“, die die geistige Fähigkeit des Menschen, Einsichten zu gewinnen, sich ein Urteil zu bilden, die Zusammenhänge und die Ordnung des Wahrgenommenen zu erkennen und sich in seinem Handeln danach zu richten meint; soweit eine Definition!

Doch woraus werden Einsichten gewonnen, Urteile gebildet und Zusammenhänge erkannt? Vorwiegend aus „Medien“ und diese „Vernunft“ wird dann mit dem Mainstream – mit der gesellschaftlichen Peergroup – abgeglichen, zur Wahrheit erhoben und viele scheuen sich, mangels z.B. erlernter Konfliktlösungsmodelle, fehlender Handlungsanleitungen, oder nicht oder kaum kommunizierter Haltungen von EntscheidungsträgerInnen, kontroverse Themen zu diskutieren und damit eine neue „Vernunft“ zu generieren.

Ich habe das Gefühl, die Themen Kinder und Familie scheuen manche wie sprichwörtlich der „Teufel das Weihwasser“. Wir reden dafür umso lieber vom Sport, der Kultur, dem Verkehr und der Wirtschaft, aber nicht vom „Menschen“ mit seinen Bedürfnissen, seinen Stärken und Schwächen, den dringenden und zwingenden Erfordernissen zur Stärkung und dem Schutz von Kindern, den Familien und den Kompetenzen der diese Zielgruppen umgebenden MultiplikatorInnen.

Ich bin als Jugendlicher in einer Zeit der autoritären Erziehung groß geworden, d.h. am Beispiel der Stärke eines aufgestellten Blattes Papier, die Grenzen für die Entwicklung eigener Potentiale waren sehr sehr eng; rund 0,128 mm eng!

Heute scheint es gar keine Grenzen mehr zu geben! Am Beispiel des gleichen, aber auf einer Fläche aufgelegten Blattes Papier zeigt sich, Potentiale können und sollen sich entwickeln; aber Achtung: auch hier gibt es Grenzen beim Blatt; entweder 21 cm in der Breite oder 29,7 cm in der Länge. Damit diese Grenzen, z.B. gegenüber Nachbarn, unter Jugendlichen, zwischen Eltern und Organisationen uvm. auch real werden und bleiben, braucht es vor allem eines: Selbstkontrolle und Selbstverantwortung.

An dieser „Selbst- oder Eigenverantwortung“ hapert es vielfach dort, wo „andere“, z.B. die eigenen Kinder, die Partnerin, SchülerInnen und Jugendliche geschädigt werden; durch sexualisierte Gewalt, durch häusliche Gewalt, durch (Cyber-)Mobbing, oder durch andere verletzender Formen der Seele und des Körpers!

Die Familie spielt für unser aller Zukunft dabei die Haupt- und Schlüsselrolle. Das heißt, wir müssen Familien und damit die Kinder stärken, wir müssen die riesigen Heraus- und Überforderungen von Eltern reduzieren, wir müssen den Mut aufbringen, dort wo es – aus welchen Gründen immer – nicht funktioniert, Hilfestellungen verpflichtend anbieten und umsetzen; wir müssen – ob es uns passt oder nicht – die Ärmel aufkrempeln und zupacken!

Denn wenn die Selbstkontrolle und Selbstverantwortung nicht wahrgenommen wird, oder nicht gelebt oder umgesetzt werden kann, werden zum Schaden „anderer“ – vielfach der eigenen Kinder – Grenzen wider jeder Vernunft überschritten!

Den „Resetknopf“ drücken

Januar 21, 2019 6:47 pm

Danke für die vielen positiven und auch emotionalen Reaktionen auf meinen Block „Häusliche Gewalt“!

Eine der vielen Fragen war, „warum müssen sich EntscheidungsträgerInnen schämen?“

Dazu noch in aller Kürze meine Ausführungen:

Tausende jugendliche und erwachsene, verletzte Menschen (Opfer) durch sexualisierte Gewalt, häusliche Gewalt und (Cyber-)Mobbing haben in den letzten Tagen und Wochen das Dauer-Thema „Gewalt“ in den Medien – Fernsehen, Radio, Zeitung, Online … – mitverfolgen können und entwickeln daraus selbstverständlich eine Erwartungshaltung „Mir wird jetzt, endlich geholfen!“.

Dann zeichnet sich – wie in den Jahren und Jahren davor – ganz rasch deutlich ab, dass die ganze Diskussion und die vorgeschlagenen Ansätze von einer kaum mehr zu überbietenden Hilflosigkeit, Oberflächlichkeit, Ignoranz und durchaus von Überheblichkeit geprägt sind.

Niemand „beschäftigt“ sich bei den vielen Diskussion und Inhalten mit den verletzten Menschen – wie bereits gesagt, vorwiegend Kinder und Frauen – bzw. mit professionellen und damit wirksamen und nachhaltigen Möglichkeiten des vorbeugenden Schutzes und der Stärkung und auch Ermutigung der tausenden Opfer!

Das heißt letztlich konkret, diese verletzten Menschen resignieren, verlieren den Mut, fühlen sich gedemütigt und beschämt und – wie ich meine – werden dadurch „sekundär viktimisiert“; d.h. sie werden als Opfer neuerlich Opfer!

Wir haben in Österreich ein Gesundheitsministerium für die Gesundheit, wir haben aber kein Ministerium für Prävention!

Die Ansätze in universeller, selektiver und indizierter Prävention – wenn überhaupt – gegen „sexualisierte Gewalt“, „häusliche Gewalt“ „(Cyber-)Mobbing und andere Formen von Gewalt, sind aufgeteilt auf die Ministerien Soziales, Inneres, Bildung, Frauen-Familie-und Jugend, Europa, Integration und Äußeres und daher weder koordiniert – und ich vermute – auch nicht evaluiert.

Dieser nicht professionelle Ansatz hat zur Folge, dass an der Seele und am Körper verletzte Menschen (Opfer) „durch den Rost fallen“; und da kann man die „Medaille“ drehen und wenden wie man will.

Die einzige Chance und Hoffnung – und dass schon die letzten 15 Jahre – für tausende von Gewalt betroffene Kinder und Frauen sehe ich im Bundeskanzler und Vizekanzler. 

Meine seit Jahren erfolglose Bitte ist: den Resetknopf drücken und mit einem neuen, zukunftsorientierten, professionellen, wirksamen und nachhaltigen Konzept durchstarten.